Ratgeber für Filmprojekte
Imagefilm planen: So wird aus einer Idee ein Film mit klarer Wirkung.
Ein Imagefilm beginnt nicht mit der Kamera, sondern mit einer klaren Entscheidung: Was sollen Menschen nach dem Film verstehen, fühlen oder tun? Wenn diese Antwort feststeht, lassen sich Geschichte, Motive und Produktionsumfang sinnvoll planen.
Ich nutze diesen Ablauf für Filmprojekte mit Unternehmen, Hotels und Marken. Er hilft dabei, den Drehtag konzentriert vorzubereiten und Material zu produzieren, das später wirklich auf Website, Präsentationen und in sozialen Medien eingesetzt werden kann.

Der Ablauf
Schritt für Schritt gut vorbereitet.
- 01
Ziel des Films festlegen
Formulieren Sie zuerst einen konkreten Zweck. Soll der Film Vertrauen schaffen, ein Angebot erklären, eine Immobilie zeigen oder neue Mitarbeitende ansprechen? Ein Film mit einer Hauptaufgabe wird meist klarer als ein Film, der gleichzeitig alles erzählen soll.
- 02
Zielgruppe und Kernbotschaft bestimmen
Überlegen Sie, wer den Film sehen wird und welches Wissen diese Person bereits mitbringt. Daraus entsteht eine kurze Kernbotschaft, an der jede Szene geprüft werden kann. Was diese Botschaft nicht unterstützt, muss nicht zwingend in den Film.
- 03
Einsatzorte und Formate klären
Ein Film für die Startseite braucht einen anderen Einstieg als ein ausführlicher Unternehmensfilm. Legen Sie früh fest, ob zusätzlich kurze Fassungen, Hochformate oder einzelne Sequenzen benötigt werden. So entstehen diese Inhalte direkt aus dem passenden Material.
- 04
Menschen, Orte und Abläufe auswählen
Glaubwürdige Bilder entstehen dort, wo das Unternehmen tatsächlich erlebbar wird. Entscheiden Sie, welche Personen sprechen oder handeln, welche Räume wichtig sind und welche realen Abläufe gezeigt werden können. Mitarbeitende sollten vorab wissen, was sie am Drehtag erwartet.
- 05
Geschichte und Motive vorbereiten
Aus Ziel, Botschaft und Orten entwickle ich einen nachvollziehbaren Aufbau und eine konkrete Motivliste. Sie dient als Orientierung, ohne echte Situationen zu ersticken. Für Produktionen im Engadin gehören Licht, Wetter und erreichbare Alternativen bewusst in diese Planung.
- 06
Den Drehtag konzentriert organisieren
Ansprechpersonen, Zugänge, Räume, Produkte und mögliche Störungen werden vorab geklärt. Am Drehtag kann sich das Team dadurch auf Menschen, Atmosphäre und starke Einstellungen konzentrieren, statt organisatorische Fragen zu lösen.
- 07
Schnitt und Ton als Teil der Geschichte sehen
Erst in der Postproduktion greifen Bilder, Aussagen, Musik, Geräusche und Rhythmus ineinander. Eine erste Fassung sollte deshalb nicht nur nach einzelnen Lieblingsbildern beurteilt werden, sondern danach, ob die gewünschte Wirkung als Ganzes entsteht.
- 08
Feedback bündeln und Veröffentlichung vorbereiten
Bestimmen Sie auf Kundenseite eine Person, die Rückmeldungen sammelt und zusammenführt. Nach der Freigabe werden die benötigten Fassungen passend zu Website und weiteren Kanälen vorbereitet. So bleibt der Film auch nach der Premiere praktisch nutzbar.
Aus der Praxis
Film und Fotografie gemeinsam denken
Für die Kempinski Residences St. Moritz entstanden Videografie und Fotografie mit einem gemeinsamen Blick auf Räume, Atmosphäre und hochwertiges Wohnen. Weil der Bildbedarf vorab zusammen geplant wurde, konnten Filmsequenzen und Fotografien denselben visuellen Charakter tragen.
Auch bei Swiss Smile wurden Imagefilm und Fotografie als verbundene Produktion umgesetzt. Diese Kombination ist besonders sinnvoll, wenn Website, Presse und weitere Kommunikationskanäle gleichzeitig neues Material benötigen.

Häufige Fragen
Klar beantwortet.
01Brauchen wir bereits ein fertiges Drehbuch?
Nein. Für das erste Gespräch reichen Ziel, Zielgruppe und die wichtigsten Inhalte. Daraus entwickle ich einen passenden Aufbau, Motive und bei Bedarf konkrete Fragen oder Texte.
02Können Film und Fotografie am selben Projekt entstehen?
Ja. Wenn der Bedarf früh gemeinsam geplant wird, lassen sich Motive, Personen und Orte sinnvoll für Film und Fotografie nutzen. Kempinski Residences St. Moritz und Swiss Smile sind Beispiele für diese Verbindung.
03Was passiert bei schlechtem Wetter im Engadin?
Wetterabhängige Motive werden mit passenden Alternativen geplant. Je nach Geschichte können Innenräume, Detailaufnahmen oder ein anderer Ablauf genutzt werden. Entscheidend ist, diese Möglichkeiten vor dem Drehtag zu kennen.
04Wie lässt sich der spätere Aufwand realistisch einschätzen?
Der Umfang hängt von Orten, Personen, Motiven, Fassungen und gewünschter Postproduktion ab. Nach einem konkreten Briefing kann ich das Projekt belastbar einordnen, ohne pauschale Annahmen zu machen.
